Diese Halswirbelkörperblockade war so deutlich und trotzdem nicht mit den herkömmlichen Mitteln zu deblockieren. Mit Gewalt hatten es bereits alle seine Vorgänger bei dieser Patientin versucht. Es brachte nichts, außer einigen Verschlechterungen, die Gott sei Dank schnell wieder nach den Behandlungen verschwanden.
Auch Detlef Arms hatte das Gefühl, man könne Frau G. einen Abschleppwagen an die Halswirbelsäule montieren und daran ziehen – es würde ebenfalls nichts an den Symptomen ändern.
Er war enttäuscht und dachte sich, na ja, du reihst dich in die Schlange deiner Vorgänger ein. In diesem Moment fiel sein Blick auf ein Bild, das – aus welchen Gründen wusste er heute selbst nicht mehr – an der Praxiswand hing. Dieses Bild zeigte Bindegewebszonen, die Organe bei Fehlsteuerungen an der Wirbelsäule erzeugen. Und in der Halswirbelsäule war auf der rechten Seite die Gallenzone abgebildet.
Dann fragte er die Patientin, ob sie Probleme mit der Galle habe. Aus seiner damaligen Sicht war dies die letzte, sehr dürftige Chance, die er noch sah, um Frau G. zu helfen. Dies wurde sehr schnell und strikt verneint. Gerade wollte er sich aus der Affäre ziehen und die Behandlung abschließen, da sagte die Patientin, sie könne doch gar nichts mit der Galle haben. Er stutzte und fragte sie, warum sie nichts mit der Galle haben könne. „Na, die Galle ist doch schon seit 20 Jahren weg“, sagte sie.
Daraufhin machte er sich sofort an die Reflexzonen der Galle und behandelte diese Zonen mit einer – nach seinem heutigen Ermessen – sehr schmerzhaften Methode. Die Behandlung dauerte ca. drei bis vier Minuten, danach bat er die Patientin, sich auf den Behandlungshocker zu setzen. Die Patientin neigte den Kopf leicht nach vorne und zur Seite. Detlef Arms wollte gerade mit einem Griff die Halswirbelkörper lockern, da geschah fast schon das Unglaubliche. Während der Kopf leicht zur Seite geneigt war, knackte es hörbar, und ohne dass er auch nur einen Impuls zur Behandlung gesetzt hatte, war der blockierte Wirbel wieder in der richtigen Stellung. Die Patientin sagte:
„Jetzt wird der Arm besser.“
Mein Vater konnte es nicht glauben: Alle Bemühungen seiner Vorgänger und auch seine eigenen waren bis dahin vergebens gewesen – und jetzt das. Als die Patientin zur nächsten Behandlung kam, sagte sie ihm, der Arm sei so gut wie noch nie zuvor. Stolz wie ein Spanier und unendlich glücklich war er.
Er behandelte Frau G. noch etliche Male aufgrund ihrer Gallenabflussstörungen, und der Arm wurde sehr schnell beschwerdefrei. Nicht unerwähnt bleiben sollte noch Folgendes: Frau G. ging es von Mal zu Mal besser. Sie nahm durch die Behandlung – sie war fast schon dürr und hatte beinahe magersüchtig ausgesehen, da sie eine Magenoperation mit einer Zwei-Drittel-Resektion hinter sich hatte – innerhalb von sechs Wochen zehn Pfund zu. Für sie war das unglaublich.