Das Becken

Das Becken besteht aus zwei knöchernen Hälften, welche seitlich die Oberschenkel mit den Hüftgelenken aufnehmen.

Das Becken wird von der Symphyse vorne und durch das Kreuzbein hinten fixiert. Die Symphyse verbindet die beiden Beckenknochen unterhalb der Schambehaarung miteinander. Diese knorpelhafte Verbindung ist sehr fest und gibt dem Becken den nötigen Halt. Das Becken ist über die Kreuzbein-Darmbein-Gelenke mit dem Kreuzbein verbunden. Diese werden auch als Iliosakralgelenke (ISG) bezeichnet. Aus dem Kreuzbein entspringt die Wirbelsäule mit ihren Wirbelkörpern. Das Kreuzbein stellt die Basis für die Wirbelsäule dar (siehe auch: Die Wirbelsäule). Die diversen Beschwerden die in diesem Teil des Bewegungsapparates ihre Lokalisation haben, sind zum größten Teil auf statische Beckenstörungen zurückzuführen.

Auf den weiteren Seiten von BioReflex werden wir die Grundlagen für diese Störungen erklären, damit auch Laien die Wirkzusammenhänge verstehen und sich teilweise selber helfen können, bzw. die therapeutischen Interventionen und Behandlungen beurteilen lernen.

Becken und Wirbelsäule

Röntgenbild eines Beckens

Becken-Schiefstand und Becken-Verdrehung



Von einem Beckenschiefstand oder einer Beckenverdrehung spricht man, wenn die Beckenhälften verschoben sind. Dabei werden die beiden Beckenhälften gegenläufig verschoben und es kommt zu einer Spannung die sich im Kreuzbein/Steißbein, den unteren Lendenwirbelkörpern und im Iliosakralgelenk als Schmerz lokalisieren lässt.

Im Bild: Der Verlauf des Muskels Psoas major

Die Ursache für diese massive Beckenbeeinträchtigung kann in bandhaften Blockaden oder traumatischen Erlebnissen liegen. Stürze, Prellungen, Gewalteinwirkungen auf das Becken, beim Sport, durch Unfälle, Verletzungen, sind in der Regel die Ursache. Jedoch auch Schonhaltungen des Beckens beim Sex wegen anhaltender Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, bei Vergewaltigungen und durch sexuellen Missbrauch, führen in der Folge zu Beckenverdrehungen und Beckenschiefständen. Teilweise sind Beckenverdrehungen psychischer Natur und werden psychosomatisch unterhalten. Der Durchsetzungswille des Patienten ist gestört und der Patient hat keinen festen Stand im Leben. Oft haben diese Patienten ein Problem mit der eigenen Lebensgestaltung.


Eine Komplikation aus Beckenschiefständen sind die Beinlängendifferenzen und deren Folgen für die Statik (siehe auch Beinlängendifferenz).


Auf dem Bild (oben) ist der Verlauf des Muskels Psoas major zu erkennen. Hier ist zu sehen, was genau passiert wenn dieser große Muskel (er ist so groß wie der Unterarm des Probanten) sich zusammenzieht und dadurch eine der Beckenhälften nach vorne oben zieht. Der Muskel Iliacus ist der andere wichtige Beckenmuskel, der innen an der Beckenschaufel ansetzt und dabei den Oberschenkel gleichfalls nach vorne oben ziehen kann. Beide Muskeln sind auch immer an einer Beckenverdrehung beteiligt. Die lumable Muskulatur hat bei einer Verkrampfung immer eine seitliche Anhebung des Beckens zu den unteren Rippen zur Folge.

Die Beckenverdrehung kann an den vorderen Darmbeinstacheln der Beckenhälften sehr schnell und leicht kontrolliert und dabei dem Patienten demonstriert werden. Gerade hierbei kann der Patient durch einen Spiegel sein Becken selbst überprüfen und sehen wie stark die Verdrehung wirklich ist. (Eine Anleitung hierfür, mit einer detaillierten Beschreibung wird demnächst im Download-Bereich zu finden sein.)


Die vorderen Darmbeinstacheln sind die anatomischen Auffälligkeiten, an denen selbst ein Laie das Becken überprüfen kann.


Die vorderen Darmbeinstacheln werden vom Therapeuten mit den Daumen fixiert und der Patient schaut durch den Spiegel auf sein Becken. Dabei wird der Spiegel über das Becken des Patienten dirigiert, damit er frontal durch den Spiegel auf das Becken sehen kann.

Beckenkontrolle


Da die vorderen Darmbeinstacheln sehr leicht zu tasten sind, kommt es zu bei dieser Demonstration immer zu dem berühmten Aha-Effekt. Meistens kann schon anhand des Slips gesehen werden wie schief das Becken wirklich steht (siehe Bild).

Die Beckenhälften sind bandhaft fixiert und können sich nicht von alleine in die richtige Lage zurückdrehen. Dieses ist eine der Grundlagen für die therapeutische Blockade mit der sich oft Therapeuten und Patienten abmühen. Da sich Bänder nicht, oder nur sehr schlecht, therapeutisch beeinflussen lassen, kommt es immer wieder zu manifesten Blockaden die sich nicht dauerhaft lösen lassen. Das hat seinen Grund zum Einen in der unzugänglichen Körperlage dieser ursächlich beteiligten Muskulatur und Bänder. Zum Anderen in der mangelnden Ursachenerkennung durch die Therapeuten. Es ist ein großer Unterschied ob ein Muskel oder ein Band in seinen afferenten oder in seinen efferenten Nervbahnen gestört ist. Beides hat Auswirkungen auf das gestörte Organ, jedoch sind die therapeutischen Interventionen deutlich verschieden in Beurteilung und therapeutischer Umsetzung.


Mit der Methode BioReflex sind die Bänder des Beckens genauestens auf die unterhaltenen Störungen überprüfbar und sehr schnell und gezielt zu sedieren (entspannen). Danach kann das Becken in die patienteneigene physiologische Stellung zurückgeführt werden. Der Vorteil dieser Methode liegt in der genauen Beurteilung der Ursache und der gezielten Kontrollmöglichkeit dieser oftmals jahrelangen Blockaden.


Sind die ursächlichen Therapieblockaden gelöst, kann mit dem Becken und seinen verdrehten und verspannten Bändern eine dauerhafte Lösung erzielt werden.

Beinlängen­differenz

Mit einer Beinlängendifferenz (BLD) wird die ungleichmäßige Länge der Beine bezeichnet. Es wird zwischen echter und unechter BLD unterschieden.


Echte BLD entstehen durch:

  • Störungen in der Entwicklung
  • Wachstumsstörungen
  • hormonelle Entwicklungsstörungen
  • sie können auch ererbt und angeboren sein
  • oder sind aufgrund von Brüchen oder Gewalteinwirkungen, die mit einem Längen- oder Wachstumsverlust der Knochen einhergingen, entstanden.


Unechte BLD entstehen durch:


  • Verdrehungen, teilweise schon bei der Geburt
  • durch Geburtskanal-Traumata, z.B. bei Steißlage
  • Heben der Säuglinge an einem Bein direkt nach der Entbindung
  • Heben der Kleinkinder an einem Bein bei Regel- oder Kontrolluntersuchungen durch medizinisches Personal
  • Fallen der Kleinkinder während der ersten Gehversuche – die Pampers sind die besten Puffer, hierbei merken die Kinder nicht dass es wirklich weh tut, sie lassen sich sogar selbst auf den Hintern fallen. Diese Stöße auf das Becken werden auf die Wirbelsäule weitergegeben und es entstehen die entsprechenden muskulären Verkrampfungen.
  • durch Brüche
  • erworbene Schonhaltungen
  • Beckenverdrehungen
  • statische Fehlbelastungen.


Beide Beine sind in der Regel gleich lang, es sei denn die oben beschriebenen Umstände sind eingetreten.

Kontrolle der Beinlängendifferenz

Der Patient liegt in einer entspannten Rückenlage und mit einer geraden Körperlinie auf der Behandlungsliege oder einem anderen stabilen Untergrund. Die Beine sind locker und fallen entspannt auseinander. Der Therapeut überprüft die Innenseiten der Knöchel; mit den Händen werden die Fußgelenke umfasst. Die Daumen liegen an den Innenseiten der medialen Knöchel. Durch den Vergleich der relativen Höhe der Fußknöchel kann die Beinlängendifferenz getestet werden (siehe Bild 1a). Deutlich sichtbar ist die unterschiedliche Höhe der Innenknöchel.

Bild 1a: Deutlich zu erkennen: Knöchel und Fersen weisen eine unterschiedliche Höhe auf.

Diese Beinlängenüberprüfung kann sehr schnell und überall vorgenommen werden. Ob diese Überprüfung bei Kindern oder Erwachsenen durchgeführt wird ist dabei egal, es gibt grundsätzlich keine Unterschiede in der Vorgehensweise.


Eines der spannendsten Kapitel in der statischen Komplexität des aufrechten Ganges ist die Frage: Wodurch entsteht eine Beinlängendifferenz? Wie viele Dissertationen und Diskussionen schon über dieses Thema geschrieben und geführt worden sind, weiß ich nicht genau. Wenn Ihr euch meiner Meinung anschließen möchtet, weil die Fakten euch überzeugen, hier sind sie:


Das Becken mit seinen Strukturen hat im aufrechten Gang bedingt durch die zentrale Funktion eine Schlüsselposition. Die Hüftgelenke sind in den Beckenhälften exzentrisch aufgehängt. Bei einer Rotation der Beckenhälften wird die eine Hüfte dabei nach oben gezogen und die andere Hüfte wird gleichzeitig nach unten geschoben (Bild 2).


Wie auf Bild 3 gut zu sehen ist, wird das Becken muskulär von inneren Muskeln in seiner Stellung gehalten. Diese Muskelgruppen sind so groß wie der Unterarm des Patienten der auf der Liege liegt. Durch ihr Haltevermögen und ihre Kraft kann die Beckenrotation nicht in die normale Stellung gelangen. Diese Muskeln widersetzen sich allen therapeutischen Bemühungen, wenn diese von außen durch Massagen oder andere Therapieformen beeinflusst werden sollen. Man kommt einfach nicht an diese Muskelgruppen heran, sie sind tief im Körper.

Beinlängendifferenzen können durch die von ihnen hervorgerufenen Störungen im gesamten statischen System unzählige Schmerzen, muskuläre Verspannungen, Verkrampfungen sowie Durchblutungsstörungen unterhalten. Die Orte an denen sich eine Beinlängendifferenz durch Störungen oder Schmerzen auswirkt, sind nicht vorhersagbar und individuell different. Sie kann genauso gut im Becken wie am Hinterhaupt präsent sein. Auch die großen Symptomklassen der Kieferschiefstände und fehlerhaften Aufbisshöhe nach Zahnersatz-Maßnahmen, haben oft einen für diese Komplikationen ursächlichen Zusammenhang in den Beinlängendifferenzen.


Unser Tipp

Plant ihr eine größere Zahnersatz-Maßnahme, so lasst euer Becken und eure Beinlängendifferenz ausgleichen. Wie das geht könnt ihr hier bei BioReflex lesen.

Behandlungen

Oft hört man, dass eine Einlage oder ein Schuherhöhung das Mittel der Wahl sein sollen. Im Gegenteil: All diese Maßnahmen manifestieren die Beinlängendifferenz noch zusätzlich. Läuft niemand mehr barfuss? Oder muss jetzt auch unter die Hausschuhe ein Ausgleich?

Wenn du Rückenschmerzen hast und der Arzt oder Therapeut untersucht dabei nicht dein Becken und deine Beinlängendifferenz, dann solltest du evtl. einen anderen Weg gehen.

Ketzerisches

Bei manchen Orthopäden muss man sich nicht mehr ausziehen – ein Griff durch die Kleidung reicht um einen Befund zu erhalten (sogar bei manchen Professoren). Ein einfacher Becken-Schiefstand wird nur noch mit Einlagen behandelt, anstatt das Becken mit ein paar Handgriffen wieder gerade zu stellen.

Eine Beinlängen-Differenz wird durch eine Schuherhöhung ausgeglichen?! Als wenn der Mensch zu jeder Zeit mit Schuhen herumlaufen würde!

Wer wechselt schon die Reifengröße wenn der Stoßdämpfer kaputt ist?

Wenn es nicht so wehtun würde, könnte man ja jedem Menschen eine Sohle unter den Fuß nageln! Oder ein Stück aus dem Knochen schneiden.

Dass es auch anders geht, sagt einem keiner!

Ich schon!



Der Beckenboden

Auf dieser Seite werden wir uns mit den Störungen, die vom Beckenboden begünstigt oder unterhalten werden, beschäftigen. Auch die ganzheitlichen Symptome, die vom Beckenboden ausgehen, werden wir hier ansprechen.

Die Grundlagen werden wir hier nicht weiter erläutern. Uns geht es auf dieser Seite um die Zusammenhänge aus der Sicht von BioReflex, die der Körper und der Beckenboden auf der somatischen Ebene haben und die zu Störungen in der Gesundheit führen. Diese Seiten sind natürlich genauso auf die sexuellen Störungen zu übertragen.

Auf dem ersten Bild ist der Bauchraum mit den Eingeweiden zu erkennen. Alles was grau dargestellt ist, gehört zum Bauchraum. Die Geschlechtsorgane sind nicht in diesem Bauchraum angeordnet. Der Bauchraum wird nach oben zur Lunge hin, durch das Zwerchfell (diaphragma thoracoabdominale) begrenzt und nach unten durch das Beckenzwerchfell (diaphragma urogenitale), einer sehnigen, muskulären Schicht. Der Beckenboden (diaphragma pelvis) bildet den Abschluss nach unten. Diese muskuläre Schicht verschließt die Öffnungen der Geschlechtsorgane, Harnröhre, After und Penis.

Der Bauchraum

Das Beckenzwerchfell dient als Schutz für die inneren Organe und hält diese im Körper. Bei einer Überlastung dieser muskulären Schichten durch zuviel Druck im Bauchraum (Völlegefühl, Blähungen, Verdauungsbeschwerden, Darmentzündungen, u.a.), kommt es zu einem Absinken dieser Muskel-/Sehnenschicht. Dabei werden gleichzeitig die inneren Geschlechtsorgane nach unten verschoben. Dieses führt zu Durchblutungsstörungen der urogenitalen Organe. Gebärmutterverkrampfungen sind ebenso wie Prostatastörungen die Folge. Genauso gut kann es auch zu Blasenstörungen und Reizungen kommen. Bei einer Verlagerung nach hinten, mit einem Druck auf den Enddarm, kommt es zu Verstopfungen. Der Druck im kleinen Becken, wie dieser Raum auch genannt wird, führt über einen verkrampften äußeren Beckenboden zu Hämorrhoiden mit den sich daraus ergebenden Komplikationen.

Die Ursachen dieser Störungen sollten gewissenhaft herausgefunden werden, da diese eine generalisierte Störung in den Unterleibs- und Bauchorganen zur Folge haben.

Der Bauchraum - beschriftet

Therapeutische Behandlung

Grundsätzlich muss das Becken in seiner Statik überprüft werden und in die patienteneigene Grundstellung zurückgeführt werden. Ohne eine wirklich nachhaltige Beckenarbeit kann es keine tiefgreifende Therapie im Beckenbereich geben.

Alle Therapien für den Beckenboden, die Gebärmutter, die Prostata und die anderen inneren urogenitalen Organe, scheitern an einer nicht richtig durchgeführten Beckenrückstellung.

Die reflektorischen Zonen die vom Becken aus den Körper stören, sind in der Halswirbelsäule und an den Beckenkämmen lokalisiert (siehe Grafik).

Oftmals werden diese Zonen des Gewebes schmerzhaft reagieren und sich als therapieresistent erweisen. Jahrelange Halswirbelsäulenbeschwerden und Nackenverspannungen gehören genauso zu diesem Beschwerdebild, wie Ischiasbeschwerden und Kreuzbeinstörungen. Oft werden die Arme und die Schultern durch Aufquellung in diesen Zonen genauso gestört, wie die Muskulatur der Halswirbelsäule.

Die genitalen Reflexzonen

Ein anschauliches Beispiel, was Störungen in diesen Zonen verursachen können, ist auf dem Foto zu sehen. Die Zonen des Bindegewebes im Halswirbelbereich sind über Jahre so massiv gestört, dass es zu einem „Witwenbuckel“ gekommen ist. Dieses Bild stellt den Beweis für Störungen der Reflexzonen im urogenitalen Bereich und seine Auswirkungen auf die Halswirbelsäule dar.


Aus den langjährigen Erfahrungen von BioReflex können wir mittlerweile sagen, dass es nur zu einer dauerhaften Besserung der Beschwerden in der Halswirbelsäule oder in den Abschnitten des unteren Rückens kommen kann, wenn die Beckenbodenstörungen behoben sind.